Wolfurt | 03.03.2026
Weltfrauentag: Zwischen Unsichtbarkeit und Wertschätzung – warum Reinigung mehr Anerkennung verdient
„Putzen und Aufräumen“ ist keinesfalls etwas Minderwertiges, sondern ein essenzieller Teil unseres Lebens sowohl in Unternehmen als auch im Privaten. Der internationale Frauentag bietet einmal mehr den Anlass, um gesellschaftliche Realitäten klar zu benennen – auch dort, wo sie selten im Fokus stehen: in der professionellen Reinigung. Reinigungsarbeit ist traditionell sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich stark weiblich geprägt.
Viele Beschäftigte arbeiten in Teilzeit, häufig zu Randzeiten, körperlich fordernd und bei gleichzeitig geringer gesellschaftlicher Sichtbarkeit. Nicht selten kommen Mehrfachbelastungen hinzu – Beruf, Familie, Pflege. Dazu wirkt eine hartnäckige gesellschaftliche Konnotation: „Putzen“ gilt als selbstverständlich, nicht als qualifizierte Dienstleistung.
Dabei ist professionelle Reinigung ein hochorganisiertes, systemrelevantes Gewerk. Sie sichert Hygiene, Werterhalt und Gesundheit in Schulen, Betrieben, Pflegeeinrichtungen und öffentlichen Gebäuden. Spätestens seit der Pandemie ist klar: Ohne laufende und sachgemäße Reinigung funktioniert keine Infrastruktur.
Zwischen Zuschreibung und Realität
- Gleichzeitig hat sich das Berufsbild massiv verändert:
- Spezialisierte Verfahren
- Nachhaltige Reinigungssysteme
- Qualitätsmanagement
- Dokumentation und Hygienestandards
- Technische Innovationen
Professionelle Reinigung ist Facharbeit – und verdient auch von der Gesellschaft als solche betrachtet zu werden.
Aynur Akbulut ist Mitarbeiterin des Jahres 2025 – Chemisches Gewerbe Vorarlberg, zu dem auch die Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereiniger gehören.
Reinigung oft „im Minusbereich“ gesellschaftlicher Anerkennung
Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Reinigungsarbeit ist kein Zufall, sondern auch wissenschaftlich untersucht. Die Soziologin Jana Costas beschreibt in ihrem Buch „Im Minusbereich“, wie professionelle Reinigung strukturell „im Minus“ gesellschaftlicher Anerkennung verortet ist: unsichtbar organisiert, häufig weiblich geprägt, körperlich fordernd – und dennoch als gering qualifiziert eingeordnet.
Ihre Forschung zeigt, dass diese Abwertung tief in sozialen Zuschreibungen verankert ist. Genau deshalb braucht es Unternehmen, die bewusst gegensteuern: durch stabile Beschäftigungsverhältnisse, Wertschätzung im Alltag und eine klare Positionierung von Reinigung als qualifizierte Dienstleistung.
Verantwortung übernehmen – nicht nur darüber sprechen
Es wäre zu einfach, die sozialen Herausforderungen der Branche ausschließlich strukturell zu diskutieren. Unternehmen tragen Verantwortung – konkret und messbar.
Die Majer Unternehmensgruppe hat sich bewusst dafür entschieden, diese Verantwortung aktiv wahrzunehmen:
- Überdurchschnittlich viele langjährige Mitarbeiterinnen – ein klares Signal für stabile Arbeitsbedingungen und respektvolle Zusammenarbeit.
- Kontinuität statt Fluktuation, was in der Branche keine Selbstverständlichkeit ist.
- Auszeichnung als familienfreundliches Unternehmen – ein wichtiges Zeichen für Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
- Aktive Bemühungen um Wertschätzung und professionelle Positionierung des Berufsbildes.
Gerade in einem Gewerbe, das gesellschaftlich oft unterschätzt wird, sind langfristige Bindung, verlässliche Arbeitsstrukturen und familienfreundliche Rahmenbedingungen Ausdruck einer gelebten Unternehmenskultur.
Reinigungsarbeit findet oft im Verborgenen statt. Bei Majer steht sie im Mittelpunkt – getragen von erfahrenen Mitarbeiterinnen, die mit Kompetenz und Engagement täglich Verantwortung übernehmen.
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